Warenkorb

Erdbeben Kathmandu

Nepali Times: „Ich wollte sterben und habe begonnen mich mit einem Stein zu schlagen“

„Ich war mit meinem Mann auf dem Feld um die Yaks zu versorgen. Danach machten wir eine kurze Pause und tranken im Haus von Freunden einen Tee. Mein Mann ging zurück zu den Yaks. Plötzlich wurden wir durchgeschüttelt, immer stärker und stärker.

„Ich war mit meinem Mann auf dem Feld um die Yaks zu versorgen. Danach machten wir eine kurze Pause und tranken im Haus von Freunden einen Tee. Mein Mann ging zurück zu den Yaks. Plötzlich wurden wir durchgeschüttelt, immer stärker und stärker.

Dann hörten wir einen Lärm wie bei einer Explosion und sahen Steine und Schnee auf uns zu donnern, grösser als ein Haus. Wir rannten, es wurde dunkel und wir sahen vor lauter Staub nichts mehr. Meine Freundin brach den Arm und ich wollte ihr und einem Neffen helfen in die nächste Höhle zu flüchten. Wir hörten einen Fremden schreien, konnten ihn aber nicht sehen. Ich versuchte in Richtung der Stimme zu laufen als mir zwei grosse Steine meine Beine einklemmten.

Kleinere Steine trafen mich am Kopf, aber der stechende Schmerz in den Beinen war nicht zum aushalten. Ich sah den Touristen und er flehte um Wasser. Ich schrie zu Gott, konnte aber nicht helfen. Nach einigen Minuten hörte ich nichts mehr und sah in tot. Ich wollte sterben und schlug mich mit einem Stein. Eine halbe Stunde später fand mich mein Neffe. Etwas später kam mein Mann dazu und brachte mich nach Ghodfa Tabela. Auf dem Weg sahen wir viele Verletzte und leblose Körper. Meine Beine bluteten immer noch sehr stark und der Schmerz war unerträglich. In dieser Nacht schliefen wir auf freiem Feld.

Am nächsten Morgen kam ein Helikopter. Aber er transportierte nur Touristen und Anführer unseres Dorfes. Leute stolperten über meine Beine und rannten zum Helikopter. Meine Gedanken waren bei meinen zwei Söhnen die in Kathmandu zur Schule gehen. Das hat mir geholfen positiv zu bleiben.

Drei Tage später brachte mich ein Helikopter nach Kathmandu. Im Spital in Patan wurde ich behandelt. Mein Sohn sah mich im Fernsehen und weinte vor Glück. Sein Lehrer erzählte mir später, dass er nach dem Beben nur noch nach Hause wollte, weil er vermutete, dass es uns schwer getroffen hat.

Ich habe meine Mutter, meine Schwester und alles Hab und Gut verloren. Ich weiss nicht ob ich je wieder laufen kann und bin nur noch eine grosse Belastung für meinen Mann. Ich schwanke immer noch zwischen den Gedanken, ob ich mich glücklich schätzen soll, oder ob ich besser gestorben wäre.